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Dieser Kodex, der die Prinzipien des Integrierten Landbaus beschreibt, ist gemeinsam von den Mitgliedsverbänden von EISA - der Europäischen Initiative für Nachhaltige Entwicklung in der Landwirtschaft (European Initiative for Sustainable Development in Agriculture) - erarbeitet worden.

Die Mitglieder von EISA widmen sich einer nachhaltigen Landwirtschaft, die ökonomisch tragfähig, ökologisch verantwortlich und sozial akzeptiert ist. Sie werden sich auch in Zukunft gemeinsam mit allen Beteiligten dafür einsetzen, dieses Ziel durch die Förderung und Weiterentwicklung des Integrierten Landbaus zu erreichen.

Inhalt

Ein gemeinsamer Kodex
Die Prinzipien
Die Praktiken
1. Organisation und Betriebsmanagement
2. Überwachung und Überprüfung
3. Pflanzenschutz
4. Tierhaltung
5. Nutzung und Schutz von Boden und Wasser
6. Pflanzenernährung
7. Energiemanagement
8. Abfallmanagement und Vermeidung von Verschmutzungen
9. Management von Natur und Landschaft
10. Fruchtfolge und Sortenwahl
Schlussfolgerungen


Ein gemeinsamer Kodex für den Integrierten Landbau

Eine nachhaltige Entwicklung lässt sich auf unserer Erde nicht ohne einen wesentlichen Beitrag der Landwirtschaft verwirklichen. Die Menschen benötigen Nahrung, und die Landwirtschaft steht vor der Herausforderung, diese Nahrung für eine rasch wachsende Weltbevölkerung zu erzeugen und gleichzeitig die gefährdeten Ressourcen der Erde zu erhalten. Moderne Landbausysteme sind entwickelt worden, um dieser Herausforderung so zu begegnen, dass Rentabilität und Produktivität als Grundvoraussetzungen gewährt bleiben.
Nachhaltige Entwicklung muss neben der Nahrungsproduktion jedoch auch den Erhalt der begrenzten Ressourcen und den Schutz der natürlichen Umwelt umfassen, so dass die Bedürfnisse der heute lebenden Menschen befriedigt werden können, ohne die Möglichkeiten kommender Generationen zu beeinträchtigen, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.
Integrierter Landbau stellt sich diesen potenziell widersprüchlichen Herausforderungen auf der Ebene des einzelnen Betriebes dergestalt, dass Nahrungserzeugung, Rentabilität, Sicherheit, Wohlbefinden der Tiere, soziale Verantwortung und Schutz der Umwelt in ausgewogener Form berücksichtigt werden. Integrierter Landbau versucht, die positiven Einflüsse der landwirtschaftlichen Produktion zu verstärken und zugleich ihre negativen Auswirkungen zu vermindern. Er ist ein Instrument, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu erreichen, und damit ein unverzichtbarer Teil (aber nur ein Teil) der nachhaltigen Entwicklung.
Der vorliegende Kodex beschreibt eine Reihe allgemeiner Prinzipien und Praktiken, die die Landwirte in die Lage versetzen, diese Ziele durch die Förderung und Weiterentwicklung des Integrierten Landbaus zu erreichen.

Inhalt

DIE PRINZIPIEN:
1. Produktion von ausreichend und qualitativ hochwertiger Nahrung, von Fasern und industriellen Rohstoffen
Die Nahrungserzeugung ist ein Grundbedürfnis der Gesellschaft. Oberstes Ziel des Integrierten Landbaus ist es, stets ein breites Angebot sowohl an Nahrungsmitteln als auch an Fasern und nachwachsenden Rohstoffen von höchster Qualität zu Preisen sicherzustellen, die für den Verbraucher erschwinglich sind. Dies erfordert fachliche Qualifikation, Aufmerksamkeit gegenüber dem Detail und die Einhaltung bestehender Rechtsvorschriften.

Deckung des gesellschaftlichen Bedarfs
Die Verbraucher sind zunehmend kritisch gegenüber den Lebensmitteln eingestellt, die sie zu sich nehmen, sowie gegenüber den Bedingungen, unter denen sie erzeugt werden. Ihre Hauptsorge gilt hierbei der Sicherung der menschlichen Gesundheit, dem Wohlbefinden der Tiere sowie dem Schutz und der Bewahrung der Umwelt. Integrierter Landbau erfordert das Wissen um diese Sorge und die Anwendung ökonomisch und sozial akzeptabler Produktionspraktiken auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene.

2. Erhalt einer ökonomisch tragfähigen Landwirtschaft
Landwirte müssen existenzfähig bleiben, um Nahrung produzieren und die Landschaft pflegen zu können. Integrierter Landbau ist effizient und ertragreich. Darüber hinaus stellt er ein Gleichgewicht zwischen einer wirtschaftlich soliden Betriebsführung und der Rücksicht auf Beschränkungen sicher, die durch eine sozial- und umweltverantwortliche Bewirtschaftung vorgegeben werden.

3. Schutz der Umwelt
Die Landschaft stellt sich als eine reichhaltige und große Vielfalt von Feldern, Wiesen und Wäldern dar, die größtenteils durch Jahrhunderte landwirtschaftlicher Tätigkeit geprägt worden ist. Jede Bewirtschaftungsmaßnahme hat - zum Teil auch negative - Auswirkungen auf die Umwelt. Integrierter Landbau verstärkt die positiven Aspekte und minimiert die negativen Auswirkungen, so dass die biologische Vielfalt der Kulturlandschaft erhalten und bewahrt bleibt.

4. Erhalt der natürlichen Ressourcen
Der Schutz der natürlichen Ressourcen ist für kommende Generationen lebenswichtig. Integrierter Landbau optimiert deren Nutzung, so zum Beispiel durch die Sicherung der Bodenfruchtbarkeit, den Schutz der Wasser- und Luftqualität sowie die Förderung der Biodiversität.

Inhalt

DIE PRAKTIKEN:
1. Organisation und Betriebsmanagement
Integrierter Landbau ist ein dynamischer Prozess, der vor allem Sorgfalt in der Organisation und im Management des Betriebs erfordert. Dies bedeutet:
  • Investition von Zeit in die Betriebsführung.
  • Bewirtschaftungsplanung einschließlich der Aufstellung realistischer Ziele für ökonomische und ökologische Leistungen.
  • Anfertigung detaillierter Aufzeichnungen.
  • Erkennen der erforderlichen fachlichen Fähigkeiten und Gewährleistung einer geeigneten Ausbildung, um eine sichere Bewirtschaftung zu ermöglichen.
  • Engagement seitens der Mitarbeiter für die Erfüllung der Vorgaben und der allgemeinen Bewirtschaftungsziele.
  • Kenntnisse darüber, wo Beratung durch Experten verfügbar ist.
  • Weitergabe von Kenntnissen und Demonstration einer ökonomisch erfolgreichen, sicheren und verantwortlichen Landbaumethode gegenüber anderen Landwirten und der Öffentlichkeit.
  • Berücksichtigung und Anwendung wissenschaftlich und technisch fortschrittlicher Methoden, die für die Umwelt, die Nahrungsqualität und die Wirtschaftlichkeit vorteilhaft sind und die in die Betriebsführung übernommen werden können, sobald sie ausgereift und akzeptiert sind.

Inhalt

2. Überwachung und Überprüfung
Integrierter Landbau stellt ein System der Betriebsführung dar, das von seiner Konzeption her auf wirtschaftliche Existenzfähigkeit, ökologische Qualität und gesellschaftliche Anerkennung ausgerichtet ist. Demonstration und Nachweis des Erreichten basieren auf Messungen und kontinuierlichen Prüfungen, ob die Standards eingehalten oder verbessert worden sind. Dies erfordert:
  • Selbstkritische Überprüfung der gängigen Praktiken und die Bereitschaft, diese anzuwenden oder abzuändern.
  • Erfassung ökonomischer Indikatoren wie Ernteertrag, tierische Leistung, Qualität, Preise, Energieverbrauch sowie Maschinen- und Ausrüstungskosten.
  • Prüfung umweltbezogener Indikatoren wie Wasserqualität und Bodenbeschaffenheit, Biodiversität, Abwasser und Emissionen, Zustand von Hecken, Waldflächen und anderen Zwischenstrukturen.
  • Überwachung von Schädlingspopulationen und Bekämpfungsschwellen.

Inhalt

3. Pflanzenschutz
Die Sicherung der Pflanzengesundheit ist ein unverzichtbarer Bestandteil eines jeden Landbausystems, wenn Ertrag, Qualität, Gewinn und Nahrungsmittelsicherheit gewährleistet werden sollen. Integrierter Landbau stellt dies durch einen strukturierten, auf Langfristigkeit angelegten Ansatz sicher, der von der Prämisse ausgeht, dass vorbeugender Schutz vor Pflanzenkrankheiten und Schädlingen besser ist als deren Bekämpfung. Wenn Eingriffe notwendig scheinen, erfordert die Praxis des Integrierten Landbaus eine Abschätzung des Problems, die Frage, ob eine Bekämpfung notwendig ist, und die Abwägung aller in Frage kommenden Maßnahmen. Dies umfasst:
  • Durchführung von vorbeugenden Schutzmaßnahmen wie die Aussaat resistenter Sorten sowie die Anpassung der Fruchtfolge und des Zeitpunkts für Bodenbearbeitung und Aussaat.
  • Abschätzung der von Krankheiten und Schädlingen ausgehenden Risiken anhand von Kenntnissen über deren Reproduktionsmuster.
  • Bewusstsein für die ökonomische und ökologische Bedeutung verschiedener Krankheiten und Schädlinge und ihrer jeweiligen Schadensschwellen.
  • Nutzung von Vorhersagemodellen, amtlichen Warndiensten, Hilfsmitteln zur Diagnose usw.
  • Sorgfältige und häufige Kontrollen der Pflanzenbestände sowie Beobachtung der Auswirkungen kurz- und mittelfristiger Wetteränderungen, um eine frühzeitige Diagnose und angemessene Bekämpfungsstrategien sicherzustellen.
  • Prüfung aller in Frage kommenden Bekämpfungsstrategien und Auswahl von Methoden bzw. Pflanzenschutzmitteln, die maximale Sicherheit für den Menschen garantieren, die Auswirkungen auf die Umwelt minimieren und wirtschaftlich vertretbar sind.
  • Zielgerichteter und an bestehenden Gesetzen ausgerichteter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unter dem Leitsatz: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.
  • Erstellung von Aufzeichnungen und Bereitschaft zur Begründung aller Maßnahmen auf der Grundlage ökonomischer und ökologischer Kriterien.
  • Inanspruchnahme qualifizierter Fachberatung.

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4. Tierhaltung
Die Bedingungen, unter denen Tiere in der landwirtschaftlichen Praxis gehalten, aufgezogen und transportiert werden, sind Gegenstand zunehmender öffentlicher Besorgnis. Integrierter Landbau wendet Verfahren der Tierhaltung an, die eine gute Gesundheit, das Wohlbefinden und die Stressfreiheit der Tiere erhalten, indem deren Fütterung, Behandlung, Unterbringung und Transport unter Bedingungen erfolgen, die das Wohlergehen der Tiere angemessen berücksichtigen. Dies erfordert:
  • Umfassende und sorgfältige Betriebsführung, um die Produktion tierischer Erzeugnisse zu optimieren und gleichzeitig den verantwortlichen Gebrauch von Nebenprodukten sicherzustellen.
  • Sorgfältige und fundierte Planung und Handhabung.
  • Fachkundige, erfahrene und bewusste Viehhaltung.
  • Ordnungsgemäßes und sorgfältiges Vorgehen in Gesundheitsfragen.
  • Angemessene Unterbringung.
Gesundheit und Hygiene
  • Minimierung von Infektions- und Krankheitsrisiken durch ordnungsgemäße Haltungspraktiken im Hinblick auf Weidemanagement und Tierbesatzdichten.
  • Auswahl sauberer Futterplätze und Gewährleistung angemessener, sauberer Lagerstätten.
  • Sicherstellung guter Hygienestandards bei der Haltung durch ordnungsgemäße Reinigung und Desinfektion.
  • Berücksichtigung der sozialen Bedürfnisse der Tiere hinsichtlich Gruppengröße und -zusammensetzung sowie Bewegungsmöglichkeiten und Verhaltensweisen.
  • Überwachung des Auftretens von Krankheiten und unverzügliche Behandlung erkrankter oder verletzter Tiere.
  • Ausschließliche Anwendung zugelassener veterinärmedizinischer Produkte im Einklang mit den Bestimmungen sowie sichere, den geltenden gesetzlichen Bestimmungen entsprechende Lagerung dieser Produkte.
  • Einhaltung von Wartezeiten beim Einsatz von Antibiotika und anderen Medikamenten.
  • Umsetzung der obligatorischen Kennzeichnung und durchgängige Aufzeichnungen aller Tierzu- und -verkäufe.
  • Vollständige Aufzeichnung aller medizinischen Behandlungen.
  • Inanspruchnahme von qualifizierter veterinärmedizinische Beratung, um Krankheiten und Gesundheitsprobleme zu vermeiden.
Ernährung
  • Erstellung eines Ernährungsplans, der alle Nährstoffe, Mineralien und Vitamine enthält, die den individuellen Erfordernissen der Tiere entsprechen und dazu beitragen, die gesteckten Leistungsziele zu erreichen.
  • Erarbeitung eines Futterplans zur Überwachung und Aufzeichnung der Ernährungsbedürfnisse und zur Einhaltung gesunder Ernährungsstandards.
  • Prüfung und Aufzeichnung von Herkunft, Zusammensetzung und Qualität aller Futtermittel.
  • Gewährleistung der Qualität bei Erzeugung und Lagerung von Futtermitteln.
Unterbringung
  • Gewährleistung, dass die vor Ort bestehenden gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden.
  • Bereitstellung von angemessener Belüftung, Beleuchtung und Bewegungsfreiraum für die Tiere (im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen sowie den regional üblichen Praktiken).
  • Einhaltung der richtigen Temperatur.
  • Sicherung eines angemessenen Zugangs zu Frischwasser.
  • Sicherstellung von sauberen Liegeflächen und angemessener Entmistung.
  • Sicherstellung, dass Haltungs-, Verlade- und Transporteinrichtungen tiergerecht und sicher sind.

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5. Nutzung und Schutz von Boden und Wasser
Der Boden stellt den wertvollsten Besitz des Landwirts und eine nur begrenzt verfügbare Ressource dar. In manchen Jahren - und in einigen Ländern - ist auch die Verfügbarkeit von Wasser begrenzt, und es ist absehbar, dass der Bedarf steigt. Der Boden ist jedoch nicht nur die grundlegende Basis des Pflanzenwachstums; ihm kommt auch eine Filter- und Pufferfunktion beim Schutz des Wassers einschließlich des Trinkwassers sowie der Nahrungskette vor dem Eintrag potenzieller Schadstoffe zu. Er ist der Lebensraum einer reichhaltigen und lebendigen Mikrofauna und -flora. Der Boden ist ein lebendiger Organismus, der leicht geschädigt werden kann. Integrierter Landbau gründet auf der langfristigen Notwendigkeit, den Boden in einem gesunden und produktiven Zustand zu bewahren und die natürlichen Wasservorkommen und deren Verfügbarkeit zu erhalten. Dies umfasst:
  • Ein detailliertes Verständnis der physikalischen und chemischen Eigenschaften der Böden auf dem Betrieb.
  • Erhaltung oder Steigerung des Humusgehalts im Boden.
  • Übernahme von Bewirtschaftungspraktiken, die eine Schädigung der Bodenstruktur minimieren, wie beispielsweise die reduzierte Bodenbearbeitung und Gerätekombinationen sowie die Beachtung von Fahrzeuggrößen, Rad- und Achslasten.
  • Regelmäßige Fahrzeugwartung, insbesondere Überprüfung des Reifendrucks.
  • Anpassung von Anbaumethode und -zeitpunkt an die jeweils vorherrschende Bodenbeschaffenheit.
  • Steuerung des Bodenwasserhaushalts durch Erhaltung der Dränage unter feuchten Klimabedingungen und wassersparende Bewirtschaftungsmaßnahmen unter trockenen Klimabedingungen.
  • Sparsame Verwendung von Wasser und wenn möglich Mehrfachverwertung bzw. Recycling von Wasser.
  • Maßnahmen zur Verminderung des Erosionsrisikos, z.B. durch den Anbau von Zwischenfrüchten.
  • Vermeidung von Verschmutzungen durch Verschütten oder Leckagen.
  • Vermeidung der Akkumulation von Schadstoffen.

Inhalt

6. Pflanzenernährung
Alle Pflanzen entziehen dem Boden Nährstoffe, die in einer ökologisch vertretbaren Weise ersetzt werden müssen. Integrierter Landbau erreicht dies durch die ausgeglichene Zufuhr organischer und mineralischer Düngemittel; wenn sinnvoll, werden auch organische Abfälle und Komposte mit eingeschlossen. Dies erfordert:
  • Detaillierte und regelmäßige Untersuchung des Nährstoffgehalts der Böden auf dem Betrieb.
  • Zweckmäßige Gestaltung der Fruchtfolge, um Verluste von Nährstoffen (insbesondere durch Auswaschung) zu vermeiden und die natürliche Regenerationsfähigkeit des Bodens bestmöglich auszunutzen.
  • Berechnung des Nährstoffbedarfs der Pflanzen und entsprechende Anpassung der Düngung (einschließlich der Analyse des Beitrags aus organisch gebundenen Nährstoffen).
  • Einstellung des pH-Werts im Boden auf einen optimalen Stand.
  • Inanspruchnahme qualifizierter Fachberatung.

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7. Energiemanagement
Der größte Teil der in der Landwirtschaft verwendeten Energie wird aus fossilen Brennstoffen erzeugt und stellt daher eine nur begrenzt verfügbare und wertvolle Ressource dar. Integrierter Landbau ist bestrebt, die Effizienz des Energieverbrauchs zu erhöhen und Energieverluste so gering wie möglich zu halten. Dies umfasst:
  • Überprüfung des Energieverbrauchs auf dem Betrieb um sicherzustellen, dass er so effizient wie möglich erfolgt.
  • Umsetzung von Energiesparmaßnahmen wie beispielsweise verbesserte Isolierung von Gebäuden, doppelte Verglasung, regelmäßige Wartung von Fahrzeugen, Maschinen und automatischen Steuerungssystemen.
  • Ermittlung des Brennstoffbedarfs für verschiedene Bewirtschaftungsmaßnahmen auf dem Feld als Teil des Entscheidungsprozesses.
  • Kombination verschiedener Bewirtschaftungsmaßnahmen auf dem Feld zur Einsparung von Kraftstoff.
  • Minimierung von Transportentfernungen.
  • Prüfung alternativer Energiequellen wie Windkraft, Solarenergie, Biokraftstoffe usw. und deren Nutzung, sofern dies ökonomisch gerechtfertigt ist.

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8. Abfallmanagement und Vermeidung von Verschmutzungen
Die Entsorgung von Abfall kostet Geld. Darüber hinaus können viele Reststoffe auf landwirtschaftlichen Betrieben potenziell Boden, Wasser und Luft verschmutzen. Integrierter Landbau betrachtet Abfallstoffe deshalb als eine Ressource, die - falls möglich - wiederverwendet bzw. recycelt und - falls dies nicht möglich ist - auf ein Minimum beschränkt werden muss. Die Vermeidung von Abfällen und Verschmutzungen umfasst:
  • Wiederverwendung der organischen Abfälle sowie einiger anorganischer Materialien wenn möglich und angemessen.
  • Minimierung der nicht verwertbaren Abfälle sowie deren verantwortungsvolle Entsorgung.
  • Sichere und im Einklang mit der Gesetzgebung erfolgende Lagerung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.
  • Anfertigung genauer Aufzeichnungen zum Viehbestand.
  • Erarbeitung von Notfallplänen zur Minimierung des Verschmutzungsrisikos bei Unfällen.

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9. Management von Natur und Landschaft
Landwirtschaftliche Betriebe beherbergen ein breites Spektrum an Säugetieren, Vögeln, Insekten, Wildblumen und -kräutern sowie Bäumen. Ein großer Teil der öffentlichen Sorge in Bezug auf den modernen Landbau gilt dem Aussterben einiger dieser Arten, vor allem Vogelarten, da ihre Lebensräume zurück gegangen sind. Integrierter Landbau ist bestrebt, diese Lebensräume auf dem Betrieb zu erhalten und zu verbessern und dabei gleichzeitig die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu gewährleisten. Dies umfasst:
  • Kenntnisse über das Verhalten und Vorkommen von Tieren, Pflanzen und Landschaftsformen auf dem Betrieb.
  • Gestaltung einer möglichst vielfältigen und abwechslungsreichen Fruchtfolge auf dem Betrieb.
  • Verminderung der Auswirkungen von Bewirtschaftungsmaßnahmen wie Pflügen, Mahd oder Heckenpflege auf die Tierwelt.
  • Pflege der Feldränder, um schädliche Unkräuter zurück zu drängen und eine vielfältige Flora und Fauna zu fördern.
  • Management von Wasserläufen und Feuchtgebieten auf dem Betrieb zur Förderung der Tierwelt und zur Vermeidung von Schadstoffeinträgen.
  • Bewusstsein für Schlüsselarten bei Tieren und Pflanzen, deren Anwesenheit auf dem Betrieb Beleg für ein gutes und umweltgerechtes Betriebsmanagement ist.

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10. Fruchtfolge und Sortenwahl
Eine vielfältige Fruchtfolge ist die wirksamste indirekte Maßnahme, um die Bodenfruchtbarkeit und -gesundheit zu sichern und die Auswirkungen eines Schädlings- oder Krankheitsbefalls zu vermindern. Integrierter Landbau nutzt modernste Technologien, um die traditionellen Vorteile der Fruchtfolge zu verstärken, anstatt sie zu ersetzen. In der richtigen Weise gehandhabt, führt dies zu Vorteilen für Umwelt, Produktion, Management und Wirtschaftlichkeit. Die Entscheidungen bei der Fruchtfolgeplanung berücksichtigen:
  • Auswahl von Sorten, die für den Betrieb geeignet sind und den Bedürfnissen der Verbraucher entsprechen.
  • Auswahl von Sorten und Saatterminen, die die Auswirkungen erwarteter Krankheits- und Schädlingsprobleme so gering wie möglich halten.
  • Steuerung von Anbau und Düngung zur Verbesserung von Struktur und Gesundheit des Bodens.
  • Planung von Fruchtfolge und Anbautechniken, um das Risiko einer Nitratverlagerung oder der Entwicklung von Krankheiten und Schädlingen zu vermindern.
  • Planung einer Fruchtfolge, die den vorhandenen Lagerraum und die verfügbare Arbeitszeit bestmöglich nutzt.

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SCHLUSSFOLGERUNG
Integrierter Landbau stellt einen umfassenden Ansatz zur Betriebsführung dar, der die ökologische Verantwortung für eine vielfältige, gesunde Umwelt mit den wirtschaftlichen Erfordernissen der Landwirtschaft verbindet, um so ein stetes Angebot an gesunder und preiswerter Nahrung sicherzustellen. Er stellt keine starre Vorschrift dar, sondern ein dynamisches Konzept. Dieser Ansatz muss so flexibel sein, dass er auf jedem Betrieb und in jedem Land umsetzbar ist, und er muss stets offen sein für Änderungen und technologischen Fortschritt. Integrierter Landbau ist jedoch vor allem eine praktikable Strategie für die europäische Landwirtschaft, die der gesamten Gesellschaft nutzt und nicht nur denjenigen, die ihn praktizieren.
Integrierter Landbau leistet einen essentiellen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, indem er die unverzichtbare landwirtschaftliche Nahrungsproduktion um wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Zielsetzungen ergänzt.

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